Neue Berechnungsmethode: MDS-Rating |
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Das Rating für 2009 basiert auf einer statistischen Auswertung aller
namentlichen Abstimmungen des dritten Jahres der aktuellen Legislatur. Im Vergleich zu
den Ratings vor 2004 wurde die Methode zur Bestimmung des Rating geändert.
Das Grundprinzip einer multidimensionalen Skalierung (MDS) ist die
Umlegung und Darstellung der inhaltlichen Verschiedenheit (Dissimilarität) von
Objekten als Distanzen in einem Raum. Je unterschiedlicher zwei Objekte sind, desto
grösser ist die Distanz zwischen ihnen.
Eingangsgrössen einer MDS sind Werte, welche die Verschiedenheit von Objekten wiedergeben. Im Fall des Parlamentarierratings bedeutet "Verschiedenheit" die Häufigkeit von abweichendem Abstimmungsentscheiden. Ein Dissimilaritätsmass kann für jedes beliebige Paar von Ratsmitgliedern berechnet werden. Die Werte bewegen sich zwischen 0 und 1. "0" bedeutet, dass zwei Parlamentarier immer im Gleichklang gestimmt haben. "1" bedeutet, dass sie immer gegeneinander stimmten. Der Vorteil eines Dissimilaritätsmasses gegenüber anderen Skalierungen ist, dass dabei alle Abstimmungen einfliessen und somit ein allgemeines Bild von politischer Nähe und Distanz entsteht.
Die MDS ist ein iteratives statistisches Verfahren. Die Parlamentarier werden in einem ersten Schritt zufällig in einem (in unserem Fall eindimensionalen) Raum positioniert. Anschliessend werden sie in der Art verschoben, dass sich die euklidische Distanz zwischen den Parlamentariern ihrem Dissimilaritätsmass annähert. Parlamentarier, die sich bezüglich Abstimmungsverhalten unähnlich sind, werden auseinander geschoben, Parlamentarier, die sich ähnlich sind, werden zusammen gerückt. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis die euklidischen Distanzen optimal mit den inhaltlichen Distanzen übereinstimmen. Oder in der Sprache der Statistik: Die summierten Differenzen zwischen euklidischer und inhaltlicher Distanz werden minimiert.
Die Dimensionenzahl kann bei einer MDS frei gewählt werden. Je mehr Dimensionen eingesetzt werden, desto genauer können Nähe und Distanz zwischen den Parlamentariern abgebildet werden. Je weniger Dimensionen, desto einfacher und einprägsamer ist das Resultat. Da ein gewichtiger Anteil der Dissimiliaritäten in einer eindimensionalen Skala abgebildet werden kann, ist eine entsprechende Darstellung zulässig.
Das Resultat der MDS ist eine Skala, welche die Ungleichheiten im
Abstimmungsverhalten der Parlamentarier abbildet. Die Pole werden von jenen
Parlamentariern gebildet, die am häufigsten gegeneinander gestimmt haben. Elegant ist
dabei, dass keinerlei inhaltliche Bewertung vorgenommen werden muss. Die Skala bildet
immer den Gegensatz ab, der bei den untersuchten Abstimmungen insgesamt der
dominierende ist. |
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